Job mit Zukunft: Der Feel-Good-Manager erobert Mitarbeiterherzen

Im Juni 2015 startet das erste Feel-Good-Manager-Seminar in der Empfehlungsmarketing Akademie® an. Wir haben unsere Trainerin Ulrike Zecher über den Feel-Good-Manager und seine Aufgaben befragt sowie ob es sich um  einen Job mit Zukunft handelt.

Em-Akademie: Was ist ein Feel-Good-Manager aus deiner Sicht? Hat dieses neue Berufsbild mit Bespaßung zu tun bzw. wie sinnvoll ist diese Rolle im Unternehmen?

Ulrike Zecher: Wenn sich das Fraunhofer Institut mit dem Berufsbild des Feel-Good-Managers auseinandersetzt, wird es doch ernst in der deutschen Arbeitswelt.Strategisch richtig eingesetzt ist der Feel-Good-Manager für mich eben nicht der Gute-Laune-Animateur, sondern die Vertrauensperson für die Belange und Bedürfnisse der Mitarbeiter. Er ist Gestalter und Bewahrer der Unternehmenskultur und kümmert sich um Arbeitsklima, Teambuilding, Onboarding und um die Gesundheit der Mitarbeiter.

Woher kommt der Begriff? Seit wann gibt es diesen Trend und woher kommt er?

Ich beschäftige mich seit 2012 mit diesem Trend. Er kommt ursprünglich aus der Start-up Szene. Bekanntes Beispiel für ein Feel-Good-Management ist das Leipziger Unternehmen Spreadshirt, das sich von einem studentischen Start-up zum größten deutschen Onlinehändler für bedruckte T-Shirts entwickelte. Seit 2011 arbeitet dort eine Feel-Good-Managerin.     

Glaubst du der Feel-Good-Manager ist ein Job mit Zukunft?

Ja, bei ehemaligen Start-ups, in der IT-Branche und in der Kreativwirtschaft wird das Thema an Bedeutung gewinnen. Feel-Good-Management ist ein Weg, die Talente der Mitarbeiter zu pflegen und Mitarbeiter zu halten.

Natürlich reicht am Ende eines langen Tages nicht der Pizza-Service um 20.00 Uhr, die Yoga-Tante oder der Kicker. Und in der restlichen Zeit sind die Mitarbeiter egal. Feel-Good-Management ist nur erfolgreich auf Basis einer wertschätzenden Unternehmenskultur.

Als Chef nehme ich die Belange meiner Mitarbeiter ernst. Als Mitarbeiter sage ich, was ich will oder brauche.  Das verändert den Spirit in einem Unternehmen: weg vom Jammern hin zum wertschätzenden Dialog.

Für wen ist eine solche Position im Unternehmen besonders relevant und wichtig? Wo im Organigramm des Unternehmens kann der Feel-Good-Manager eingeordnet werden.

Die Position des Feel-Good-Managers ist besonders relevant für Menschen im Unternehmen, die gut über den Tellerrand schauen können und gleichzeitig pragmatisch handeln. Für Quereinsteiger aus dem Bereich Prävention, Sport oder Eventorganisation kann das neue Berufsbild des Feel-Good-Managers von Interesse sein. Die Position kann im Unternehmen entweder in der HR-Abteilung oder als Stabstelle zur Geschäftsführung eingeordnet werden.

Wo ist der Unterschied bzw. die Abgrenzung zum betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM), das besonders durch die Krankenkassen unterstützt wird?

Als betriebliche Gesundheitsmanagerin verstehe ich unter BGM ein kosten- und zeitintensives Qualitätsmanagement, das sich frühestens nach 3 - 5 Jahren wirklich rechnet. Der Fokus ist hier in erster Linie auf den ROI gerichtet und lohnt sich sicherlich für Konzerne - allerdings mit viel Zeit für politische Maßnahmen wie ständige Moderation und Kommunikation in unterschiedlichen Arbeitskreisen.

Beim Feel-good-Management ist die Basis ein Vertrauensvorschuss in meine Mitarbeiter. „Meine Mitarbeiter und das Arbeitsklima sind mir als Chef einfach wichtig.“ Es entspricht dieser hemdsärmeligen Gründerkultur von „einfach machen“ statt „jahrelang rechnen“.

In der Empfehlungsmarketing Akademie® wirst du ein Tagesseminar zum Thema Feel-Good-Management geben: Worin unterscheidet sich dieser Tag zu einer Ausbildung?

Die Teilnehmer bekommen einen konkreten Überblick, welche vielfältigen Aufgaben und Anforderungen ein Feel-Good-Manager erfüllt. Sie erfahren, wie man diese Position strategisch in die Unternehmenskultur verankert.

Da ein Feel-Good-Manager für mich immer eine Mischung aus Seelsorger und Vertrauensperson ist, gibt es sicherlich Teilnehmer mit Vorab-Kenntnissen, die nach dem Seminar direkt loslegen könnten. Einzelne Module wie Coaching, Eventorganisation, Stressbewältigung kann man später in anderen Ausbildungen verfeinern.

Was würdest du einem Personalverantwortlichen zum Thema raten bzw. gibt es noch etwas, das du zum Schluss sagen möchtest?

Feel-Good-Management ist ein kreatives und kostengünstiges Instrument zur Personalbindung von Mitarbeitern. Personaler und Unternehmer sollte diesen Trend nicht verschlafen.

Zum Seminar Feel-Good-Manager

Das Interview wurde von Ekaterina Arlt-Kalthoff geführt.

 

Über Ulrike Zecher:

Ulrike Zecher hat mehrere Jahre im Personalbereich gearbeitet. Als Coach und Gesundheitsmanagerin (IHK) begleitet sie alle Prozesse, um Wunsch-Mitarbeiter zu gewinnen, halten und zu pflegen.  Sie moderiert BGM-Kommunikation, bietet Einzelcoachings und Workshops zu den Themen Stress, Resilienz, Selbstmanagement an und bloggt darüber jeden Mittwoch.